Führung

Einige Gedanken zum Thema “Führung”, frei nach Pater Anselm Grün.

Führen heißt dienen

Führungskräfte haben oft viele unterschiedliche Aufgaben im Bereich Management, gleichermaßen aber auch Verantwortung für Mitarbeiter. Leider werden Führungskräfte bei Letzterem oft ihrer Rolle nicht gerecht, da sie zwar über das nötige Fachwissen, nicht jedoch über ausreichend Führungskompetenz verfügen. Erst wenn sich eine Führungskraft gewisse Fähigkeiten angeeignet hat kann sie dem Unternehmen und den Mitarbeitern “dienen”, bedeutet nützlich sein.

Eine bessere Version von sich selbst

Eine Führungskraft sollte wie alle anderen Menschen jeden Tag versuchen, eine bessere Version von sich selbst zu werden. Erst wenn ihr das in einigen wichtigen Punkten gelungen ist (sie sozusagen das Level 2.0 erreicht hat) ist sie bereit für ihre Aufgabe. Führung hat also primär etwas mit sich selbst zu tun und erst dann auch etwas mit anderen.

Voraussetzung: Erwachsen sein

Erwachsen sein hat in diesem Falle nichts mit dem Alter zu tun. Es bedeutet in erster Linie, dass man sich selbst “gewachsen” ist.

Eigenverantwortung übernehmen

Eigenverantwortung bedeutet die Folgen seiner Entscheidungen zu (er)kennen und sie zu verantworten. Apropos Entscheidungen: Eine getroffene Entscheidung wird nicht dadurch besser, indem man an ihr zweifelt, sondern indem man das Beste aus ihr macht.

Chancen zur Veränderung sehen und nutzen

Zu einem reifen Menschen gehört die Einsicht, dass sein komplettes Dasein in geistiger Freiheit begründet ist. Mit dem erworbenen Vertrauen in sein eigenes Menschsein soll sich auch eine kritische Distanz zu dem Alten ergeben und es sollen sich Impulse aus dem Inneren entwickeln. Ein reifer Mensch sieht sich weder als Befehlsempfänger noch als Opfer, sondern als freies, selbstbewusstes und eigenverantwortliches Wesen.

Pösger, Bringfried-Johannes: Menschliche Reife http://lebenskunst-atelier.blogspot.de/p/menschliche-reife.html
(abgerufen am 01.01.2018)

Voraussetzung: Erfahren sein

Sich selbst führen

Sich selbst zu führen, heißt sich selbst zu lieben, mit seinen eigenen Gedanken und Gefühlen umgehen zu können. Es geht um Erfahrung mit sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und Leidenschaften zu kennen und zu berücksichtigen. Es bedeutet nicht sie zu unterdrücken, sondern sie zu lenken und sie gekonnt einzusetzen. Aus dieser Erfahrung mit sich selbst erwächst die Erfahrung mit anderen.

Erfahrung mit anderen

Die Erfahrung mit anderen erweitert unseren Horizont um eine neue Dimension.

Voraussetzung: Reif sein

Eine Führungskraft muss reif sein, vergleichbar mit einer Frucht. Unreife Früchte schmecken bitter oder sauer, unreife Führungskräfte reagieren mit Zorn oder sind beleidigt.

Nüchtern sein

Nüchtern heißt im Lateinischen “sōbrius”, also eigentlich “nicht betrunken”. Es kann also nur der führen, welcher nicht “benebelt” ist von negativen Charaktereigenschaften, die gemeinhin auch als die “sieben Todsünden” bekannt sind: Hochmut, Geiz bzw. Habgier, Wollust, Jähzorn, Völlerei, Neid oder Faulheit. Eine Führungskraft sollte vernünftig, verständig und besonnen sein.

Neutral sein

Neutral kommt von lateinsich “ne-utrum” und bedeuted “keines von beiden”. Dies bedeutet nicht, dass eine Führungskraft gleichgültig sein sollte. Im Gegenteil, sie kann mit einem Schiedsrichter beim Fußballspiel verglichen werden: Sie sorgt dafür, dass die Regeln der Firma, welche im Idealfall ihren Werten gleichkommen, eingehalten werden.